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Antiquariat Neue Kritik

Rosa Straußenfedern

Hanna Krall

Rosa Straußenfedern

(auch als E-Book erhältlich)

 

Aus dem Polnischen von Bernhard Hartmann

208 Seiten
gebunden
ISBN 978-3-8015-0400-7
19,50 EUR

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Autor / Pressestimmen
 

In Briefen, Fragmenten, Zetteln und Erzählungen reflektiert der Band das Leben der polnischen Autorin in den letzten 50 Jahren. Die langen Schatten des Zweiten Weltkriegs, die Mühen der Volksrepublik, das Jahr 1968, die Ereignisse um die Gewerkschaft Solidarnosc und das Ende des Ostblocks schlagen sich darin ebenso nieder wie persönliche Ereignisse in ihrer Familie, langjährige Freundschaften, Konflikte mit der Zensur und zahlreiche Begegnungen mit den Protagonisten ihrer Reportagen.

 

Das Buch liest sich als Sammlung verschiedener Geschichten, aber auch als eine sehr persönliche Chronik. Es beginnt mit der Geburt der Tochter und endet mit dem Brief ihres Enkels aus Kanada. Zu Wort kommen Freunde und Arbeitskollegen wie Krzysztof Kieslowski, Marek Edelman, Mieczyslaw Rakowski, Adam Boniecki, Jan Kott und Leszek Kolakowski. Aber auch viele Unbekannte, die sich an die Autorin wenden, um von ihrem Leben zu berichten.

 

Wie so oft bei Hanna Krall kommt das Bedeutende leise und unmerklich daher. In einfacher Sprache spricht sie über Vorfälle von großer Bedeutung. Ein Zettel auf dem Tisch, ein Brief aus dem Schullandheim oder ein anonymes antisemitisches Schreiben kennzeichnen den Zustand der Republik bzw. ein bestimmtes Jahr.

 

Ein Buch voller Rätsel. Oft lässt sich zwischen zwei Sätzen ein weiterer erahnen. Zunächst Unverständliches fügt sich unmerklich zu einem erkennbaren Ganzen zusammen, der inneren Welt des Schreibens von Hanna Krall.

Pressestimmen

»Rosa Straußenfedern« ist eine ebenso eigenwillige wie spannend zu lesende, zudem hervorragend ins Deutsche übersetzte Chronik aus dem Leben einer polnischen Schriftstellerin, in der sich das Persönliche unauflöslich mit dem Gesellschaftlichen verknüpft. Und das Buch zeigt: Die Autorin hat ein untrügliches, an Magie grenzendes Gespür für das, was sich aufzuheben lohnt.

Martin Sander, Gutenbergs Welt

 

Da sind Notizen, die zur Alltagskommunikation in der Familie gehörten; Auszüge aus Briefen, die Freunde geschrieben haben, oder Passagen aus Leserbriefen; ferner sind da Zitate aus den Berichten des Sicherheitsdienstes oder aus der Korrespondenz mit Verlegern und Erinnerungen an Ereignisse, die die eigene Biografie bestimmt haben – zusammen rekonstruieren diese Episoden ein Strück europäisch(polnisch)er Geschichte vom Holocaust über den Alltagskommunismus bis zum Zusammenbruch des Ostblocks und zugleich eine individuelle Geschichte vom Überleben, die programmatisch nicht als Lebensgeschichte ausgegeben wird. [...]

Immer wieder hat Krall reale Biografien und Ereignisse als literarisches Material benutzt, hat fremde  Geschichten als Ausgangspunkt für Erzählungen verwendet. In ihrer Dankesrede anlässlich der Verleihung des Würth-Preises für Europäische Literatur im Frühjahr 2012 hat sie sich bei allen, die ihre Geschichten erzählt haben, bedankt: »Sie haben mir ihre Schicksale anvertraut«, sagte sie.

Stefana Sabin, NZZ

 

Eine ungeordnete Chronik, eine Querschnittsröntgenaufnahme durch 50 Jahre, eine montierte Zeitgeschichte. Krall weicht allen Festlegungen aus. Ein schmaler, gewichtiger, schöner Band.

wina. Das Jüdische Stadtmagazin

 

Es ist ein ungewöhnliches Buch, autobiografisch sicherlich, es deutet vieles aus dem Leben der Autorin an und es zeigt noch viel deutlicher, welchem Thema sie sich verschrieben hat, was das große Thema ihrer Literatur, vielleicht sogar ihres Lebens ist, nämlich: Den verfolgten Juden die Stimme, ihnen ihr Gesicht, ihre Gestalt, ihre ganz persönliche Geschichte und damit ihre Würde wiederzugeben. Es sind allesamt nur kurze Stücke, von zwei Sätzen bis zu einigen wenigen Seiten, schnell zu lesen, aber gar nicht schnell aus dem Kopf zu bekommen.

buechereule.de

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