Rudi Dutschke

Michaela Karl

Rudi Dutschke

Revolutionär ohne Revolution

 

554 Seiten
14,8 x 21,0 cm
gebunden
ISBN 978-3-8015-0364-2
35,00 EUR

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Autor / Pressestimmen
 

Aufbruch und Widerstand, Protest und Barrikade, der Glaube an das »Ende der Utopie« und die Machbarkeit von Geschichte: für all das, was man mit der Revolte von '68 verbindet, stand Rudi Dutschke (1940-1979). Der antiautoritäre Studentenführer war eine Reizfigur, für seine konservativen Gegner wie für traditionelle Marxisten in den eigenen Reihen.

 

Auch zwanzig Jahre nach seinem frühen Tod - Spätfolge des 1968 auf ihn verübten Attentates - polarisiert seine Person noch immer: Während einige ihn für den Terror der RAF verantwortlich machen, sehen andere in ihm einen Vordenker der Neuen Rechten.

 

Das Interesse der Autorin gilt mehr den facettenreichen politischen Intentionen Rudi Dutschkes als biographischen Ereignissen. In systematischer Sichtung zum Teil bis dahin unerschlossenen Materials fördert sie seine Analysen und Strategien zutage, die weit über den Protest der 68er hinaus reichten. Dass Dutschkes politisches Denken keineswegs in bloße Provokation mündete, sondern ein konfliktreicher und diskursiver Prozess war, liest sich bei Michaela Karl so detailgetreu wie lebendig.

Pressestimmen

Die Autorin hat nicht nur die bislang publizierte Literatur von und über Dutschke, sondern auch den Nachlass gründlich ausgewertet. Trotz einer mitunter zu geringen Distanz und eines nicht zu übersehenden Hangs, auch im Nachhinein noch einige Schlachten für ihren Protagonisten austragen zu müssen, werden sich künftig alle Arbeiten, die sich näher mit der Rolle des einstigen, von der Presse in durchsichtiger Zweideutigkeit mit dem Etikett »Studentenführer« versehenen Radikalen befassen, an diesem Buch messen lassen müssen.

Wolfgang Kraushaar, Die Zeit

 

Ihre Arbeit gliedert sich, den Lebensabschnitten ihres »Helden« entsprechend, in drei Teile. Im ersten stellt sie den »Rebellen« vor, seinen Revolutionsbegriff, seine Analyse der sozioökonomischen Entwicklung in der Bundesrepublik und die daraus abgeleitete revolutionäre Strategie. Der zweite, dem »Exilanten« gewidmete Teil beschäftigt sich mit den politischen Vorstellungen des zur Passivität verurteilten Rekonvaleszenten. Zum Schluss porträtiert die Autorin den »Politiker« Dutschke, der sich Schritt für Schritt wieder in die Auseinandersetzungen in der Bundesrepublik einmischte und 1979 Mitglied der »Grünen Liste Bremen« wurde.

Jedes dieser Kapitel endet mit einem Abschnitt über die verschiedenen, wechselhaften »Gesichter« Dutschkes während dieser Lebensphasen. Auf diese Weise gelingt es Michaela Karl, dessen vielfältige Prägungen, Interessen und Existenzformen zu veranschaulichen. Ihren Anspruch, die Stationen des politischen Denkens Rudi Dutschkes nachzeichnen zu wollen, hat Michaela Karl überzeugend erfüllt.

Werner Bührer, Süddeutsche Zeitung

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